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Notbeleuchtung & Sicherheitskennzeichnung

Sicherheit muss auch bei Stromausfall funktionieren

In einer Großküche arbeiten Menschen mit heißen Oberflächen, Flüssigkeiten, Messern, Maschinen und Transportwagen. Gleichzeitig entstehen komplexe Verkehrs- und Fluchtwege.

Fällt die normale Beleuchtung aus, müssen Personen das Gebäude weiterhin sicher verlassen können.

Deshalb gehören Notbeleuchtung und Sicherheitskennzeichnung bereits in die Planung einer professionellen Großküche.

Notbeleuchtung frühzeitig berücksichtigen

Die Notbeleuchtung sollte nicht erst nach Fertigstellung der Küchenplanung ergänzt werden.

Küchengeräte, Hochschränke, Kühlzellen, Ablufthauben oder nachträglich eingebaute Einrichtungen können Sichtbereiche verändern.

Deshalb müssen Küchenlayout, Architektur, Fluchtwege und Sicherheitsbeleuchtung miteinander abgestimmt werden.

Fluchtwege müssen erkennbar bleiben

Im Notfall müssen die vorgesehenen Flucht- und Rettungswege eindeutig erkennbar sein.

Das betrifft insbesondere Bereiche wie:

Produktionsküche → Ausgabe → Lager → Nebenräume → Verkehrswege → Ausgang.

Auch bei Rauchentwicklung, Stromausfall oder eingeschränkter Orientierung darf die Küchenaufstellung die vorgesehene Fluchtwegsituation nicht beeinträchtigen.

Sicherheitskennzeichnung richtig positionieren

Fluchtweg- und Rettungszeichen müssen dort angeordnet werden, wo sie benötigt und entsprechend den geltenden Anforderungen wahrgenommen werden können.

Dabei reicht es nicht, die Position nur im Grundriss zu betrachten.

Hohe Geräte, Ablufthauben, Regale oder bauliche Veränderungen können Sichtbeziehungen beeinflussen.

Deshalb sollte die Kennzeichnung auch aus der tatsächlichen Blickrichtung der Mitarbeiter und Gäste betrachtet werden.

Verkehrswege freihalten

Eine korrekte Sicherheitskennzeichnung hilft wenig, wenn der gekennzeichnete Weg im täglichen Betrieb verstellt wird.

Mobile Geräte, Transportwagen, Müllbehälter, Getränkekisten oder Zwischenlagerungen dürfen notwendige Flucht- und Verkehrswege nicht unzulässig beeinträchtigen.

Die Küchenplanung sollte deshalb ausreichend Stell- und Bewegungsflächen vorsehen.

Arbeitsbereiche bei Stromausfall

Bei einem Stromausfall kann die normale Arbeitsplatzbeleuchtung plötzlich ausfallen.

In einer Küche kann dies aufgrund heißer Geräte, scharfer Werkzeuge oder laufender Arbeitsprozesse besondere Gefahren verursachen.

Je nach Nutzung und Gefährdungsbeurteilung können deshalb zusätzliche Anforderungen an die Sicherheitsbeleuchtung bestimmter Bereiche bestehen.

Die konkrete technische Auslegung erfolgt durch die dafür zuständigen Fachplaner.

Zusammenspiel mit dem Brandschutz

Notbeleuchtung, Sicherheitskennzeichnung, Fluchtwege und Brandschutz dürfen nicht getrennt voneinander betrachtet werden.

Die Position von Türen, Brandabschnitten, Fluchtwegen und Sicherheitseinrichtungen beeinflusst die Küchenplanung.

Deshalb sollte die Abstimmung frühzeitig zwischen Architektur, Brandschutz, Elektroplanung und Küchenplanung erfolgen.

Änderungen während des Projektes berücksichtigen

Gerade bei Umbauten ändern sich Küchenlayouts häufig während der Planung.

Wird beispielsweise ein Hochschrank ergänzt oder ein Gerät verschoben, kann sich dadurch eine Sichtachse verändern.

Deshalb sollten relevante Änderungen auch hinsichtlich Fluchtwegen und Sicherheitskennzeichnung erneut geprüft werden.

Prüfung und Wartung

Not- und Sicherheitsbeleuchtung muss nicht nur bei der Inbetriebnahme funktionieren.

Auch während des späteren Betriebes sind die jeweils vorgeschriebenen Prüfungen und Wartungen zu berücksichtigen.

Leuchten und Kennzeichnungen sollten deshalb so angeordnet sein, dass sie zugänglich bleiben und nicht durch spätere Einrichtungen verdeckt werden.

PKNZ + KI

Digitale Planung und BIM können dabei helfen, Fluchtwege, Gerätepositionen und mögliche Sichtbehinderungen gemeinsam zu betrachten.

Mit einer dreidimensionalen Planung lässt sich beispielsweise prüfen:

Fluchtweg → Blickrichtung → Sicherheitszeichen → mögliche Sichtbehinderung durch Kücheneinrichtung.

KI kann zusätzlich unterstützen, Planstände miteinander zu vergleichen und auf mögliche Veränderungen hinzuweisen.

Beispielsweise:

Neuer Hochschrank → Sichtbereich verändert → Sicherheitskennzeichnung erneut prüfen.

Damit kann die digitale Planung mögliche Problemstellen frühzeitig sichtbar machen.

Die KI ersetzt jedoch weder Brandschutzplanung noch Elektroplanung, Gefährdungsbeurteilung oder behördliche Anforderungen. Die fachtechnische Auslegung und Freigabe erfolgen durch die jeweils dafür befugten Fachplaner und Fachunternehmen.

PKNZ-Empfehlung

PKNZ empfiehlt, Notbeleuchtung und Sicherheitskennzeichnung bereits bei der Küchenplanung mitzudenken.

Dabei sollte nicht nur gefragt werden:

„Wo befindet sich das Fluchtwegschild?“

Sondern:

Ist der Fluchtweg im tatsächlichen Küchenbetrieb frei? → Ist die Kennzeichnung erkennbar? → Können Geräte oder Einrichtungen die Sicht behindern? → Funktioniert die Orientierung auch bei Ausfall der normalen Beleuchtung?

Sicherheit muss nicht nur im Plan funktionieren – sondern auch dann, wenn Beleuchtung und Orientierung plötzlich eingeschränkt sind.