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Feuerlöscher & Fettbrandlöscher

Brandrisiken in Großküchen richtig berücksichtigen

In einer professionellen Großküche treffen hohe Temperaturen, elektrische Geräte, heiße Oberflächen sowie brennbare Fette und Öle aufeinander.

Das bedeutet nicht, dass jede Großküche automatisch ein besonders hohes Brandrisiko besitzt. Entscheidend sind Geräteausstattung, Produktionsverfahren, Raumaufteilung und Nutzung.

Der vorbeugende Brandschutz sollte deshalb bereits während der Küchenplanung berücksichtigt werden.

Unterschiedliche Brände benötigen geeignete Löschmittel

Nicht jeder Feuerlöscher ist für jeden Brand geeignet.

Besonders wichtig ist dies bei erhitzten Speiseölen und Speisefetten, wie sie beispielsweise in Fritteusen eingesetzt werden.

Hierfür sind geeignete Löschmittel für Fettbrände erforderlich. Die notwendige Ausstattung und Dimensionierung muss projektbezogen entsprechend den geltenden Anforderungen und dem Brandschutzkonzept festgelegt werden.

Warum Fettbrände besonders beachtet werden müssen

Stark erhitzte Speiseöle und -fette können sich entzünden.

Ein Fettbrand darf niemals mit Wasser gelöscht werden. Wasser kann beim Kontakt mit sehr heißem Fett schlagartig verdampfen und brennendes Fett verteilen.

Deshalb müssen für Bereiche mit entsprechendem Risiko geeignete Löschmöglichkeiten vorgesehen werden.

Positionierung ist entscheidend

Ein Feuerlöscher hilft nur, wenn er im Ernstfall erreichbar ist.

Die Position sollte deshalb gemeinsam mit Fluchtwegen, Küchenlayout und den vorhandenen Brandrisiken betrachtet werden.

Dabei sollte vermieden werden, dass eine Person im Brandfall zunächst unmittelbar an einer Gefahrenstelle vorbeigehen muss, um ein Löschmittel zu erreichen.

Die endgültige Positionierung erfolgt entsprechend dem Brandschutzkonzept und den Vorgaben der zuständigen Fachplanung.

Fritteusen besonders betrachten

Fritteusen stellen aufgrund der größeren Mengen erhitzten Speiseöls einen Bereich dar, der bei der Brandschutzplanung besondere Aufmerksamkeit benötigt.

Dabei spielen unter anderem Anzahl und Größe der Geräte sowie deren Aufstellung eine Rolle.

Je nach Projekt können neben geeigneten Feuerlöschern weitere technische Brandschutzmaßnahmen erforderlich oder sinnvoll sein.

Kochbereiche als Gesamtsystem betrachten

Nicht nur die Fritteuse selbst ist relevant.

Über Kochgeräten befinden sich häufig Ablufthauben, Filter und Abluftleitungen. Dort können sich im Betrieb Fett- und Schmutzablagerungen bilden.

Deshalb gehören Kochtechnik, Küchenabluft, Reinigung und Brandschutz zusammen betrachtet.

Regelmäßige Reinigung und Wartung sind dabei ein wichtiger Bestandteil des betrieblichen Brandschutzes.

Holzkohle, offene Flammen und besondere Kochtechnik

Holzkohlegrills, offene Feuerstellen oder vergleichbare Kochsysteme können zusätzliche Anforderungen verursachen.

Hier müssen unter anderem Feuerstätte, Umgebung, Abluftsystem und baulicher Brandschutz aufeinander abgestimmt werden.

Solche Geräte sollten deshalb möglichst früh in der Planung bekannt sein und nicht erst kurz vor der Küchenausstattung ergänzt werden.

Zugänglichkeit dauerhaft sicherstellen

Im fertigen Plan kann ein Feuerlöscher perfekt erreichbar erscheinen.

Im täglichen Betrieb können jedoch Transportwagen, Getränkekisten, mobile Geräte oder Lagergut davor abgestellt werden.

Deshalb sollte die Küchenplanung ausreichend definierte Stellflächen schaffen, damit Sicherheitseinrichtungen dauerhaft frei zugänglich bleiben können.

Kennzeichnung und Sichtbarkeit

Neben der eigentlichen Position spielt auch die Erkennbarkeit eine Rolle.

Sicherheitseinrichtungen müssen entsprechend den geltenden Anforderungen gekennzeichnet werden.

Hohe Küchengeräte, Regale oder andere Einrichtungen dürfen notwendige Kennzeichnungen nicht verdecken.

Damit besteht eine direkte Verbindung zu Notbeleuchtung und Sicherheitskennzeichnung.

Löschdecken nicht pauschal als Ersatz betrachten

Bei Fettbränden in professionellen Küchen sollte nicht einfach davon ausgegangen werden, dass eine Löschdecke eine geeignete oder ausreichende Lösung darstellt.

Welche Löschmittel und Einrichtungen erforderlich sind, muss anhand der konkreten Gefährdung und der geltenden Anforderungen festgelegt werden.

Gerade bei größeren Fettmengen ist eine fachliche Brandschutzbewertung wichtig.

Prüfung und Wartung

Brandschutzeinrichtungen müssen auch nach der Inbetriebnahme funktionsfähig bleiben.

Dazu gehören die vorgeschriebenen Kontrollen, Prüfungen und Wartungen.

Die Planung sollte daher darauf achten, dass Feuerlöscher und andere Sicherheitseinrichtungen sichtbar, erreichbar und wartungszugänglich bleiben.

PKNZ + KI

In der digitalen Küchenplanung können Brandrisiken mit der Geräteaufstellung verknüpft werden.

Beispielsweise:

Fritteuse → Fettbrandrisiko → Löschmittel → Erreichbarkeit → Fluchtweg.

Oder:

Holzkohlegrill → offene Feuerstätte → Abluft → Brandschutz → notwendige Fachplanung.

BIM und KI können dabei helfen, solche Zusammenhänge strukturiert zu prüfen und mögliche Auffälligkeiten sichtbar zu machen.

Wird beispielsweise eine Fritteuse während der Planung verschoben, kann darauf hingewiesen werden, dass auch die brandschutztechnische Situation erneut betrachtet werden sollte.

Die KI entscheidet jedoch nicht, welche Feuerlöscher oder Brandschutzanlagen erforderlich sind. Diese Festlegung erfolgt durch die zuständigen befugten Fachplaner und entsprechend den geltenden Vorschriften.

PKNZ-Empfehlung

PKNZ empfiehlt, Brandschutz nicht erst nach Fertigstellung der Geräteaufstellung zu ergänzen.

Bereits während der Küchenplanung sollte betrachtet werden:

Welche Brandrisiken entstehen? → Wo entstehen sie? → Welche Fluchtwege bestehen? → Sind Sicherheitseinrichtungen erreichbar? → Gibt es besondere Kochverfahren? → Welche Fachplanung muss eingebunden werden?

So können Küchentechnik und Brandschutz frühzeitig aufeinander abgestimmt werden.

Brandschutz beginnt nicht beim Feuerlöscher – sondern bereits bei einer Küchenplanung, die mögliche Risiken frühzeitig berücksichtigt.