Direkter & indirekter Wasseranschluss
Nicht jedes Großküchengerät darf gleich an das Trinkwassernetz angeschlossen werden
In einer Großküche benötigen zahlreiche Geräte Wasser. Dazu gehören beispielsweise Spülen, Kombidämpfer, Spülmaschinen, Kochkessel, Kaffeemaschinen oder bestimmte Kühl- und Produktionsgeräte.
Dabei geht es nicht nur darum, ob ein Wasseranschluss vorhanden ist. Entscheidend ist auch, wie das jeweilige Gerät mit der Trinkwasserinstallation verbunden wird.
Ziel ist der Schutz des Trinkwassers vor einer möglichen Verunreinigung durch Rückfließen, Rückdrücken oder Rücksaugen.
Was bedeutet direkter Wasseranschluss?
Bei einem direkten Anschluss besteht eine unmittelbare Verbindung zwischen der Trinkwasserinstallation und dem angeschlossenen Gerät bzw. Verbraucher.
Ob und unter welchen Voraussetzungen dies zulässig ist, hängt von der jeweiligen Anwendung, dem Gerät und der notwendigen Absicherung ab.
Deshalb müssen die Herstellerangaben und die Anforderungen der Trinkwasserinstallation berücksichtigt werden.
Was bedeutet indirekter Wasseranschluss?
Bei bestimmten Anwendungen muss eine sichere Trennung zwischen Trinkwassernetz und Gerät bzw. nachgeschaltetem System gewährleistet werden.
Je nach Anwendung können dafür geeignete Sicherungseinrichtungen oder ein freier Auslauf bzw. eine entsprechende Systemtrennung erforderlich sein.
Dadurch soll verhindert werden, dass verunreinigtes Wasser in das Trinkwassersystem zurückgelangen kann.
Der Verwendungszweck entscheidet
Die erforderliche Lösung lässt sich nicht allein aus der Gerätebezeichnung ableiten.
Entscheidend ist unter anderem, welche Flüssigkeiten oder Stoffe mit dem Wasser in Berührung kommen können und welches Risiko bei einer Rückströmung entstehen würde.
Ein Handwaschbecken, eine Spülmaschine oder ein Gerät mit Reinigungschemie können daher unterschiedliche Anforderungen an die Absicherung stellen.
Herstellerdaten frühzeitig berücksichtigen
Bereits während der Küchenplanung sollten die vom Hersteller bzw. Gastrohändler bereitgestellten Anschlussinformationen berücksichtigt werden.
Dazu können beispielsweise Anschlussdimension, benötigter Wasserdruck, Wasserqualität, Warm- oder Kaltwasserbedarf und vorgesehene Absicherung gehören.
PKNZ kann diese Informationen als Planungsgrundlage in den Küchenunterlagen darstellen und mit der Geräteaufstellung koordinieren.
Klare Abgrenzung der Verantwortung
Die Küchenplanung legt nicht eigenständig die fachtechnische Ausführung der Trinkwasserinstallation fest.
Die Prüfung und Auswahl der erforderlichen Sicherungseinrichtungen sowie die Dimensionierung und Erstellung der ausführungsreifen Installationsplanung erfolgen durch die jeweils dafür befugten Fachplaner bzw. Fachunternehmen.
Damit bleibt die technische Verantwortung eindeutig geregelt.
Abwasseranschluss mitdenken
Wasserzufuhr und Abwasserentsorgung gehören zusammen.
Bei Geräten mit Ablauf muss deshalb gleichzeitig geklärt werden, wie das anfallende Wasser sicher abgeführt wird.
Je nach Gerät und Anwendung können auch hier direkte oder indirekte Entwässerungslösungen erforderlich sein.
Die konkrete Ausführung ist projekt- und geräteabhängig und muss fachtechnisch geprüft werden.
Zugänglichkeit berücksichtigen
Absperrungen, Filter, Sicherungseinrichtungen und andere relevante Komponenten sollten später erreichbar bleiben.
Eine technisch korrekte Installation hilft wenig, wenn sie nach Einbau der Küchenmöbel nicht mehr kontrolliert oder gewartet werden kann.
Deshalb sollte bereits die Küchenplanung Wartungs- und Revisionsbereiche berücksichtigen.
Veränderungen bei Gerätetausch
Wird Jahre später ein Gerät ersetzt, darf nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass der bestehende Wasseranschluss unverändert verwendet werden kann.
Das neue Gerät kann andere Anforderungen an Wassermenge, Druck, Wasserqualität oder Absicherung stellen.
Deshalb sollten beim Gerätetausch auch die vorhandenen Anschlüsse erneut geprüft werden.
PKNZ + KI
Im digitalen Küchenmodell können Geräte mit ihren Hersteller- und Anschlussdaten verknüpft werden.
KI kann anschließend bei der Plausibilitätsprüfung unterstützen und beispielsweise darauf hinweisen:
Gerät benötigt Wasser – Anschlussinformation fehlt.
Hersteller fordert eine bestimmte Absicherung – diese ist in den Unterlagen noch nicht berücksichtigt.
Gerät wurde geändert – vorhandene Anschlussdaten stammen noch vom Vorgängermodell.
Wasseranschluss vorhanden – Ablauf noch ungeklärt.
Damit kann KI helfen, fehlende oder widersprüchliche Informationen frühzeitig sichtbar zu machen.
Sie entscheidet jedoch nicht über die fachtechnisch richtige Sicherungseinrichtung und ersetzt keine Prüfung durch befugte Fachleute.
PKNZ-Empfehlung
PKNZ empfiehlt, bei jedem wasserführenden Gerät bereits während der Planung vier Punkte gemeinsam zu betrachten:
Wasserbedarf → Anschlussart → erforderliche Absicherung → Abwasserführung.
Die Herstellerinformationen bilden dabei eine wichtige Grundlage. Die endgültige technische Ausführung wird anschließend durch die zuständigen Fachunternehmen geprüft und festgelegt.
Ein Wasseranschluss ist erst dann vollständig geplant, wenn nicht nur bekannt ist, wo Wasser benötigt wird, sondern auch wie Trinkwasser geschützt und das Abwasser sicher abgeführt wird.