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Fußboden & Beschichtungen

Der Küchenboden ist Teil des Arbeits- und Hygienekonzeptes

Der Fußboden einer Großküche wird täglich stark beansprucht. Wasser, Fett, Reinigungsmittel, heiße Flüssigkeiten, schwere Geräte und Transportwagen treffen auf eine Fläche, auf der Mitarbeiter gleichzeitig sicher arbeiten müssen.

Deshalb ist der Boden nicht nur eine Frage der Optik.

Er muss Hygiene, Arbeitssicherheit, Belastbarkeit, Entwässerung und Reinigbarkeit miteinander verbinden.

Nutzung bestimmt die Anforderungen

Nicht jeder Bereich einer Großküche benötigt zwangsläufig dieselbe Bodenlösung.

Warenannahme, Lager, Vorbereitung, Kochbereich, Spülküche, Kühlräume und Ausgabe können unterschiedlich beansprucht werden.

Deshalb sollte zunächst betrachtet werden:

Was passiert in diesem Bereich? → Welche Belastung entsteht? → Wie wird gereinigt? → Wie häufig tritt Wasser oder Fett auf?

Erst danach lässt sich die geeignete Boden- bzw. Beschichtungslösung festlegen.

Rutschhemmung berücksichtigen

In Küchen können Wasser, Fett oder Lebensmittelreste auf den Boden gelangen. Dadurch entsteht ein erhöhtes Rutschrisiko.

Die erforderliche Rutschhemmung muss deshalb passend zum jeweiligen Bereich und den geltenden Anforderungen ausgewählt werden.

Dabei gilt allerdings nicht automatisch:

Je rauer, desto besser.

Eine sehr strukturierte Oberfläche kann die Reinigung erschweren. Gesucht wird daher ein sinnvoller Ausgleich zwischen Rutschsicherheit und Reinigbarkeit.

Das Thema Rutschhemmung wird zusätzlich auf einer eigenen PKNZ-Fachseite behandelt.

Boden und Entwässerung gehören zusammen

Bodenabläufe und Rinnen müssen frühzeitig mit dem Bodenaufbau abgestimmt werden.

Position, Gefälle und Übergänge beeinflussen, ob Reinigungswasser tatsächlich dort ankommt, wo es abgeführt werden soll.

Ungünstige Gefälle können dagegen zu stehenden Wasserflächen führen.

Deshalb sollten Bodenplanung und Entwässerungsplanung gemeinsam entwickelt werden.

Gefälle nur dort, wo es sinnvoll ist

Ein Boden mit Gefälle beeinflusst gleichzeitig die Aufstellung von Geräten und Möbeln.

Große Kochblöcke, Spülmaschinen, Kühlzellen oder Edelstahlmöbel benötigen geeignete Aufstellbedingungen.

Deshalb muss zwischen Entwässerung und Geräteaufstellung koordiniert werden.

Die detaillierte technische Ausführung des Bodenaufbaus und der Abdichtung erfolgt durch die dafür zuständigen Fachplaner und Fachunternehmen.

Wandanschlüsse und Hohlkehlen

Besondere Aufmerksamkeit benötigen Übergänge zwischen Boden und Wand.

Diese Bereiche sollten so ausgeführt werden, dass sie hygienisch gereinigt werden können und keine unnötigen Schmutznischen entstehen.

Je nach System und Nutzung können beispielsweise geeignete Sockel- oder Hohlkehlenlösungen vorgesehen werden.

Auch Anschlüsse an Edelstahlmöbel müssen dazu passen.

Fugen und Übergänge

Fugen können hygienisch und technisch sensible Bereiche darstellen.

Das betrifft sowohl Bodenflächen als auch Übergänge zu Abläufen, Rinnen, Sockeln, Türen oder anderen Materialien.

Deshalb sollte bei der Materialauswahl nicht nur die eigentliche Oberfläche betrachtet werden, sondern das gesamte Bodensystem einschließlich seiner Anschlüsse.

Mechanische Belastung

In Großküchen bewegen sich schwere Transportwagen, Hordenwagen, Speisentransportwagen und andere mobile Geräte.

Kleine Rollen können hohe Punktbelastungen erzeugen.

Auch schwere stationäre Geräte müssen berücksichtigt werden.

Die Bodenlösung sollte deshalb auf die tatsächliche spätere Nutzung abgestimmt sein.

Temperaturbelastungen

In bestimmten Bereichen können zusätzlich starke Temperaturunterschiede auftreten.

Heiße Flüssigkeiten, intensive Reinigung oder Übergänge zu Kühl- und Tiefkühlräumen können Materialien beanspruchen.

Auch diese Faktoren müssen bei der Auswahl des geeigneten Bodensystems berücksichtigt werden.

Umbauten im Bestand

Bei bestehenden Küchen sollte der vorhandene Boden genau untersucht werden.

Nicht nur die Oberfläche ist relevant. Auch Aufbauhöhen, vorhandene Abläufe, Gefälle, Türanschlüsse und angrenzende Räume können die neue Planung beeinflussen.

Eine neue Beschichtung löst nicht automatisch Probleme des vorhandenen Untergrundes.

Deshalb gehört der Boden zur Bestandsaufnahme vor Beginn der Umbauplanung.

Reinigung und Lebenszykluskosten

Ein günstiger Boden kann langfristig teuer werden, wenn er aufwendig zu reinigen ist oder frühzeitig saniert werden muss.

Deshalb sollten neben Investitionskosten auch Reinigungsaufwand, Haltbarkeit, Reparaturmöglichkeiten und mögliche Betriebsunterbrechungen betrachtet werden.

Damit wird der Boden ebenfalls Bestandteil der Lebenszykluskosten einer Großküche.

PKNZ + KI

Im digitalen Küchenmodell können unterschiedliche Informationen miteinander verknüpft werden:

Nutzung → Bodenart → Rutschhemmung → Entwässerung → Gefälle → Geräteposition → Verkehrswege.

KI kann bei der Plausibilitätsprüfung beispielsweise auf mögliche Konflikte aufmerksam machen – etwa wenn ein Ablauf ungünstig zur Geräteaufstellung liegt oder unterschiedliche Planstände widersprüchliche Höhen enthalten.

Die KI bestimmt jedoch weder das konkrete Beschichtungssystem noch dessen technische Ausführung. Diese Entscheidungen erfolgen projektbezogen durch die zuständigen Fachplaner und ausführenden Unternehmen.

PKNZ-Empfehlung

PKNZ empfiehlt, den Küchenboden nicht erst auszuwählen, wenn die Geräteplanung abgeschlossen ist.

Bereits während der Planung sollten Nutzung, Rutschhemmung, Reinigung, Entwässerung, Gefälle, Belastung und Geräteaufstellung gemeinsam betrachtet werden.

So entsteht ein Boden, der nicht nur am ersten Tag gut aussieht, sondern den täglichen Küchenbetrieb langfristig unterstützt.

Ein guter Großküchenboden muss sicher begehbar, hygienisch reinigbar und dauerhaft belastbar sein – jeden Tag.