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Beleuchtung & Lichteinfall

Gutes Licht ist ein Arbeitsmittel

In einer Großküche beeinflusst die Beleuchtung weit mehr als nur die Atmosphäre. Mitarbeiter müssen Lebensmittel beurteilen, schneiden, portionieren, reinigen, kontrollieren und Geräte sicher bedienen können.

Deshalb gehört die Beleuchtung bereits in die Küchenplanung.

Gutes Licht verbessert Sicht, Sicherheit, Hygiene, Arbeitsqualität und das Wohlbefinden der Mitarbeiter.

Unterschiedliche Bereiche – unterschiedliche Anforderungen

Eine Großküche besteht aus sehr unterschiedlichen Arbeitsbereichen. Warenannahme, Lager, Vorbereitung, Produktion, Ausgabe, Spülküche und Reinigungsbereiche stellen jeweils andere Anforderungen an die Beleuchtung.

Ein Arbeitsplatz für feine Vorbereitungsarbeiten benötigt beispielsweise andere Lichtverhältnisse als ein Verkehrsweg oder Lagerbereich.

Deshalb sollte die Beleuchtung bereichsbezogen und entsprechend der tatsächlichen Tätigkeit geplant werden.

Tageslicht sinnvoll nutzen

Natürliches Tageslicht kann die Qualität eines Arbeitsplatzes deutlich verbessern.

Fenster und andere Tageslichtöffnungen sollten deshalb bei der Raum- und Küchenplanung berücksichtigt werden.

Dabei geht es nicht nur um möglichst viel Licht. Direkte Sonneneinstrahlung kann beispielsweise Blendung verursachen oder Räume und Arbeitsbereiche zusätzlich erwärmen.

Die entscheidende Frage lautet daher:

Wie kann vorhandenes Tageslicht sinnvoll genutzt werden, ohne den Küchenbetrieb zu beeinträchtigen?

Blendung vermeiden

Starke Leuchten oder ungünstiger Lichteinfall können Mitarbeiter blenden.

Auch glänzende Edelstahloberflächen können Licht reflektieren und störende Spiegelungen verursachen.

Deshalb sollten Leuchten, Arbeitsflächen und Blickrichtungen gemeinsam betrachtet werden.

Besonders bei langen Edelstahlflächen, Kochblöcken und Ausgabebereichen kann dies einen deutlichen Unterschied machen.

Schatten an Arbeitsplätzen vermeiden

Eine hohe Beleuchtungsstärke allein garantiert noch keinen guten Arbeitsplatz.

Wenn Mitarbeiter selbst das Licht abschatten, können genau dort dunkle Bereiche entstehen, wo Lebensmittel vorbereitet oder kontrolliert werden.

Die Position der Leuchten sollte deshalb auf Arbeitsplätze und Arbeitsrichtung abgestimmt werden.

Farbe und Lebensmittelbeurteilung

Licht beeinflusst auch die Wahrnehmung von Lebensmitteln.

Fleisch, Gemüse, Salate oder fertige Speisen sollten möglichst natürlich beurteilt werden können.

Eine geeignete Lichtqualität und Farbwiedergabe kann deshalb besonders in Vorbereitung, Produktion und Speisenausgabe wichtig sein.

Reinigung und Hygiene

Leuchten befinden sich teilweise unmittelbar über hygienisch sensiblen Bereichen.

Deshalb sollten Bauform, Oberfläche und Anordnung zur jeweiligen Küchenumgebung passen.

In Bereichen mit Dampf, Fett oder Feuchtigkeit können besondere Anforderungen an die Leuchten entstehen.

Auch die spätere Reinigung und Wartung sollte berücksichtigt werden.

Beleuchtung und Küchenabluft koordinieren

Über Kochbereichen befinden sich häufig Küchenhauben oder Lüftungsdecken.

Damit konkurrieren Beleuchtung, Abluft, Zuluft und teilweise weitere technische Installationen um dieselbe Deckenfläche.

Die Beleuchtung sollte deshalb frühzeitig mit der Lüftungs- und Küchenplanung abgestimmt werden.

Eine nachträgliche Positionierung der Leuchten führt sonst schnell zu ungünstigen Lösungen.

Energieverbrauch reduzieren

In größeren Küchen können viele Leuchten über lange Betriebszeiten eingeschaltet sein.

Effiziente Beleuchtungstechnik und eine bedarfsgerechte Steuerung können deshalb den Energieverbrauch reduzieren.

Je nach Projekt können beispielsweise unterschiedliche Beleuchtungszonen, Tageslichtsteuerung oder Anwesenheitserfassung sinnvoll sein.

Entscheidend ist, dass die Energieeinsparung nicht zulasten der notwendigen Arbeitsplatzbeleuchtung geht.

Notbeleuchtung separat berücksichtigen

Die normale Arbeitsplatzbeleuchtung darf nicht mit der erforderlichen Sicherheits- und Notbeleuchtung verwechselt werden.

Flucht- und Rettungswege sowie erforderliche Sicherheitsbereiche können eigene Anforderungen haben.

Diese werden projektbezogen durch die dafür zuständigen Fachplaner geplant und geprüft.

Das Thema Notbeleuchtung & Sicherheitskennzeichnung wird deshalb bei PKNZ separat behandelt.

Planung und fachtechnische Auslegung

PKNZ kann Arbeitsplätze, Geräte, Hauben, Verkehrswege und Funktionsbereiche so darstellen, dass sie als Grundlage für die Beleuchtungsplanung dienen.

Die Festlegung der erforderlichen Beleuchtungsstärken, Leuchtentypen, elektrischen Ausführung und normgerechten Dimensionierung erfolgt durch die dafür zuständigen befugten Fachplaner und Fachunternehmen.

PKNZ + KI

In einem digitalen Küchenmodell können Raumgeometrie, Arbeitsflächen, Gerätepositionen und Fenster gemeinsam betrachtet werden.

KI und digitale Simulationen können dabei unterstützen, Varianten zu vergleichen und mögliche Problemstellen frühzeitig sichtbar zu machen – beispielsweise schlecht ausgeleuchtete Arbeitsbereiche, ungünstige Abschattungen oder Konflikte zwischen Beleuchtung und anderen Deckeneinbauten.

Auch Energiebedarf und unterschiedliche Steuerungsvarianten können miteinander verglichen werden.

Die endgültige lichttechnische Berechnung und fachliche Auslegung ersetzt die KI jedoch nicht.

PKNZ-Empfehlung

PKNZ empfiehlt, Beleuchtung nicht erst dann zu planen, wenn Küche und Decke bereits fertig aufgeteilt sind.

Bereits während der Küchenplanung sollten Arbeitsplätze, Tageslicht, Blickrichtungen, Edelstahlflächen, Küchenhauben und Verkehrswege gemeinsam betrachtet werden.

So entsteht Licht dort, wo es tatsächlich benötigt wird.

Eine gut beleuchtete Großküche braucht nicht einfach mehr Licht – sondern das richtige Licht am richtigen Arbeitsplatz.